News

08.12.2016



„Hauptstadt Berlin - Parlaments- und Regierungsviertel"

Ein Prestigeprojekt in der Hauptstadt ist der Wiederaufbau des Stadtschlosses mitten im Zentrum Berlins.

Das Stadtschloss wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Frühjahr 1945 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt und brannte fast vollständig aus. Nach Ende des Krieges konnten die erhaltenen Räume für Ausstellungen weiter genutzt werden.

Die politisch motivierte Sprengung des Schlosses am 07. September 1950, beendete vorerst die Geschichte des Berliner Schlosses. Die entstandene Freifläche wurde als Fest- und Aufmarsch-platz für die Massenkundgebungen der DDR genutzt. Erst mehr als 20 Jahre nach der Sprengung des Schlosses wurde mit dem Bau des Palastes der Republik sowie der Konzerthalle und des Kulturhauses begonnen. Der Palast der Republik wurde am 23. April 1976 eröffnet. Aufgrund der hohen Asbestbelastung wurde der Palast nach der Wiedervereinigung bis 2008 abgerissen.
Seit der Grundsteinlegung am 12. Juni 2013 wird am Stadtschloss/Humboldt Forum gebaut. Der Bereich der Baumaßnahme war durch einen regen Schifffahrtsverkehr auf der Stadtspree gekennzeichnet (Tourismusschiffe, Personenschiffe, Berufsschifffahrt).
Aufgrund der Kriegsereignisse des II WK war davon auszugehen, dass die Untersuchungsfläche mit Kampfmitteln, Abwurfmunition sowie verklappter/weggeworfener Munition belastet ist. Die Arbeitszeiten zur Durchführung des Bauvorhabens wurden durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin auf 4 Std. täglich zwischen 06:00-10:00 festgelegt, d. h. dass die tägliche An- und Abfahrt der Schiffseinheit organisiert werden musste.

Hinsichtlich des zu erwartenden Kampfmittelspektrums waren die grundlegenden Schutzmaßnahmen im Sinne der Vorschriften der Kampfmittelräumung zu organisieren. Dazu gehörten die sorgfältige Auswahl des Personals bis hin zur Aufsicht und Leitung der Arbeiten durch einen Fachkundigen.
Darin eingeschlossen waren stellen- und tätigkeitsbezogene Gefährdungsanalysen und die Erarbeitung von Betriebsanweisungen.
Für die Erbringung der Leistung wurden eine Pontoneinheit mit Baustelleneinrichtung (Tauchcontainer, Bürocontainer, 19 to Bagger, Tagesbehälter Munition), Hohlbohrschnecken und Perforator für die Bohrlochsondierung, ein Schwimmbagger und ein Schubverband eingesetzt Bei der Herstellung der Sondierfähigkeit der Räumfläche, sowie bei der Flächensondierung wurden 23 Stück Munitionsteile, 1 Stück Zünder, 6 Stück Handgranaten, 1 Stück Panzerfaustrohr, 1 Stück 3,7 cm Panzergranate sowie 45,96 to Mischschrott und Bauschutt geborgen.
Im Verlauf der Bohrlochsondierung wurden 4 Anomalien festgestellt, die durch Triple-Bohrungen überprüft wurden. Im Ergebnis dieser Bohrungen wurde eine Anomalie geöffnet und beräumt, da-bei handelte es sich um kompakte Fragmente einer 150 lbs Brandbombe (US).
Durch die DYNASAFE Kampfmittelräumung GmbH wurden bis zu neun Mitarbeiter mit langjähri-ger Erfahrung in der Kampfmittelräumung als Aufsichts- bzw. Räumpersonal und Taucher auf der Baustelle eingesetzt.